00:00:00: Sprecher 1 Herzlich willkommen zu einer neuen Folge „Vom Schatz im Wörtersee. Ich bin Michael.
00:00:06: Sprecher 2 Ich bin Jennifer. Hallo.
00:00:08: Sprecher 1 Wir grüßen Sie direkt vom Ufer des Wörtersees. Von der letzten Folge aus mit dem Inneren Kompass kommen wir diesmal zu einem weiteren Ereignis oder Beobachtung aus dem Inneren des Menschen. Es geht Gedanken. Vielen Dank für Ihre Rückmeldungen. Das hilft uns, wenn Sie uns einen Blick gegeben, was bei Ihnen ankommt von dem, was wir hier reinspringen. Besprechen. Das habe ich jetzt schön gesagt, oder? Ja, alles gut. Ich habe deswegen die Freude heute, dass wir genau dort weitermachen, wo wir aufgehört haben, und den Gedanken einmal nachgehen. Wir haben in dem Titel die Freiheit mit den Gedanken verknüpft, allerdings nicht fest, sondern eher in einer losen Verbindung, also von der Freiheit, Gedanken loszulassen.
00:00:55: Sprecher 2 Was ja schwierig sein kann.
00:00:57: Sprecher 1 Und es hat eine Bewandtnis, das kennen Sie ja alle schon. Das Gedankenkarussell, das kennt jeder. Und wie so was mit einem Gedankenkarussell so richtig schräg gehen kann, das hat Paul Watzlawick auf Papier gebracht. Das ist der Begründer der Axiome. Sie kennen das: Man kann nicht nicht kommunizieren. Das stammt auch von Paul Watzlawick. Jennifer wird uns diese Geschichte jetzt vorlesen.
00:01:18: Sprecher 2 Ich finde die Geschichte so treffend, da sie beschreibt, was geschieht, wenn wir der Stimme im Kopf mehr Beachtung schenken als der Tatsache selbst und aufgrund von Interpretationen urteilen. Ich beginne. Ein Mann will ein Bild aufhängen. Den Nagel hat er, aber nicht den Hammer. Der Nachbar hat einen Hammer, also beschließt unser Mann, hinüberzugehen und ihn sich auszuborgen. Doch da kommt ihm ein Zweifel: „Was, wenn der Nachbar mir den Hammer nicht leihen will? Gestern schon grüßte er mich nur so flüchtig. Vielleicht war er ja in Eile, aber vielleicht war die Eile nur vorgeschürzt und er hat etwas gegen mich. Und was? Ich habe ihm doch nichts angetan. Der bildet sich da was ein. Wenn jemand von mir ein Werkzeug borgen wollte, ich gebe es ihm sofort. Und warum er nicht? Wie kann man einem Mitmenschen einen so einfachen Gefallen abschlagen? Leute wie dieser Kerl vergiften einem das Leben. Und dann bildet der sich noch ein: Ich sei auf ihn angewiesen. Bloß, weil er einen Hammer hat. Jetzt reicht es mir wirklich. Und so stürmt er hinüber Leute der Nachbar öffnet. Doch noch bevor er „Guten Tag sagen kann, schreit ihn unser Mann an: „Behalten Sie doch Ihren Hammer, Sie Rüpel.
00:02:40: Sprecher 1 Ja, köstlich. Finde, das ist nah an der Realität. Also bestimmt hat das schon mal jemand so oder so ähnlich bei sich selbst oder in seinem Gedankenkarussell so erlebt. Ich habe das.
00:02:53: Sprecher 2 Ich weiß auch, wovon er da spricht.
00:02:56: Sprecher 1 Deswegen finde ich diese Geschichte so schön bildlich. Ich Ich finde auch noch einen weiteren Begriff, den heben wir jetzt aus dem Wörtersee mal heraus. Wichtig, dass wir den mit hier in dieser Folge drin haben, und zwar ist es die Gedankenblase. Nehmen wir erst mal die Gedankenblase aus dem Comic. Da der Sprechblase gibt es dort die Gedankenblase, wird also nicht laut ausgesprochen, sondern ist nur in diesem Kopf. Wenn wir die Gedankenblase noch etwas größer machen, dann ist es so, im Englischen heißt es dann in the bubble. Da ist jemand in the bubble. Er ist also in seiner Gedankenblase drin, so wie jetzt in Geschichte. Der Mann, der dieses Bild aufhängen will, ist in seiner Gedankenblase drin und diese Gedankenblase, die wächst kontinuierlich. In welche Richtung? Da kommen wir später noch dazu, nur sie wächst. Das heißt, diese Gedankenblase ist ein lebendes Konstrukt.
00:03:46: Sprecher 2 Es lebt.
00:03:47: Sprecher 1 Wenn wir uns jetzt bildlich vorstellen in einem Comique, da bräuchten wir einen großen Comique, wenn wir jetzt Milliarden von Menschen nebeneinanderstellen und jeder hat da seine Gedankenblasen. Also das wäre ja schon auf dem Comique dargestellt, ein riesiger Comique.
00:03:59: Sprecher 2 Das wäre eine große weiße Wolke dann.
00:04:01: Sprecher 1 Genau. Es sind ja immer Gedanken, die da umherschwirren, weil der eine Teil der Erdkugel, der ist gerade im Schlaf und der andere Erdkugelteil ist gerade wach. Also so geht es immer hin und her. Und bei so vielen Gedankenblasen, das ist schon mehr vom Bild her, ist es ja schon so, die würden sich natürlich ja irgendwann auch berühren, diesen Gedankenblasen. In der Realität beobachten wir das ja genau das: Wenn sich jetzt Menschen in so einer Gedankenblase verselbständigen und wir kommen in diese Gedankenblase hinein, also in die Gedankenwelt, sagen wir das mal so, in die Gedankenwelt. Dann sind wir manchmal, macht uns das froh, dass wir in dieser Gedankenblase drin sind. Also wenn wir jetzt in irgendeinem Umfeld von jemandem, einem Künstler oder so was sind, da sind wir froh, wenn wir mal in diese Gedankenwelt abtauchen dürfen. Und dann gibt es Gedankenwelten, da sind wir auch wieder froh, wenn wir diese Seifenblase wieder verlassen dürfen. Jetzt ist natürlich die Kernfrage: Sind wir bei unserer eigenen Gedankenblase, also bei unserer eigenen Bubble, sind wir da machtlos? Da kommt mir gerade noch in den Sinn: In the box, out the box, out of the box, thinking out of the box.
00:05:07: Sprecher 1 Ist es so ähnlich? Es ist dort so ausgedrückt, als wäre man in einer Box mit einem anderen Menschen oder mit einer anderen Situation in einer Box und diese Box verschlimmert sich sozusagen. Also die Betrachtungsweise mit einer Person zu der anderen Person im Hinblick auf einen Vorwurf zum Beispiel. Das heißt dann in the Box, in the Box mit dem oder jemandem, gedanklich nur in the Box und kann dann nicht mehr darüber hinausdenken. Dort ist das Problem, dass die Autoren – mir fallen jetzt die Namen nicht ein – sagen, das sind die Bewertungen Menschen, die andere Menschen als Objekte bewerten, nicht mehr als Subjekte und schon mal gleich gar nicht mehr als Mensch bewerten, sondern nur noch als Objekt. Und dann gibt es nur noch diese Verurteilungen und die Beurteilungen. Und damit ist man mit einer anderen Person in the Box gefangen, kommt da gar nicht raus. Und von außen schafft man das auch nicht, irgendjemanden aus dieser Box sozusagen rauszuholen.
00:06:06: Sprecher 2 Nein, die sind ja beschäftigt mit ihren Vorurteilen und mit ihren Bewertungen. Du kannst es ja anschließend unter der Folge verlinken. Machtlos sind wir da ja nicht. Unser Verstand denkt ja nicht, wie er unser Verstand denkt. Unser Geist kann empfinden und Gedanken haben eben die Anziehungskraft, von der du schon gesprochen hast, ja auch, wenn die Blase da groß ist. Und deswegen ist die Reife dieser Gedanken ja auch so wichtig. Also beide Qualitäten, die reifen ja gemeinsam, die versammeln sich und werden dann dadurch größer.
00:06:37: Sprecher 1 Welche Qualitäten meinst du?
00:06:39: Sprecher 2 Die Gedanken auf der einen Seite und auf der anderen Seite eben dann die Empfindung, was ich dabei spüre, also die Emotionen. Der Gedanke einfach nur: „Ja, der hat mich ja nicht gegrüßt. Und dann die Empfindung dazu: „Oh, ich fühle mich abgelehnt, ich bin da verletzt. Das reift ja beides voran.
00:07:00: Sprecher 1 Die Empfindung ist ja dann die feinere geistige Ebene. Und der Gedanke, den haben wir ja noch relativ-Er ist schon nicht mehr greifbar, also ich kann ihn nicht fangen. Es gibt keine Gedanken-Jäger. Und in dem Lied heißt ja auch immer so schön: „Die Gedanken sind frei. Wer will sie denn erjagen? Oder so irgendwie heißt das doch, gell? Wenn man sie nicht fangen kann. Und die Empfindung wäre ja dann noch mal weiter. Sie kennt das von dem Dank-Empfinden. Ich kann Dank sagen, das kann ziemlich leer sein. Also ich kann einfach sagen „Danke“. Da muss nicht etwas dahinterstehen. Ich kann Dank denken, grübeln könnte man Dank auch. Also muss ich dem jetzt Danke sagen, muss das sein. „dank empfinden. Also da rührt es jemanden. Bei der Empfindung geht es ganz nah. Der ist so gerührt von dem, dass jemand anderes etwas für ihn gemacht hat oder irgendetwas für ihn umgesetzt hat, dass das so tief geht, dass er Dank empfindet.
00:08:04: Sprecher 2 Was empfindet also unser Mann a) der sich abgelehnt fühlt, geglaubt, nicht gegrüßt zu werden, denkt, nicht gegrüßt zu werden, fühlt sich ausgegrenzt und empfindet dann also?
00:08:15: Sprecher 1 Er ist ja mit seinen Gefühlen in the Bubble. Er ist in the Box. Der, der nicht gegrüßt wird – wir kommen kurz vom Thema etwas ab –, der, der nicht gegrüßt wird, – dürfen wir ja gleich schon wieder gucken: Was war denn die Erwartung? Und du weißt ja, die größte Wahrscheinlichkeit, eine Enttäuschung zu erleben, ist natürlich eine Erwartung. Wenn ich also die Erwartungen stelle, dass irgendjemand anderes mich grüßt, bin ich ja schon in the Box. Ich bin in meiner eigenen Gedankenblase, weil ich erwarte, dass irgendjemand anderes grüßt, obwohl der vielleicht gerade in Gedanken wo ganz anders ist. Er kommt vielleicht gerade vom Steuerberater und weiß gar nicht, wie er das verdauen soll, dass sein ganzes Geld da die Hälfte einfach weg ist und deswegen hat er überhaupt gar keine Lust, sich zu grüßen.
00:08:55: Sprecher 2 Ja, geht so schnell mit dieser Box. Meine Güte.
00:08:58: Sprecher 1 Gedankenblasend. Die zwei Qualitäten noch mal. Die zwei Qualitäten. Da hätten wir ja zum Beispiel die eine Qualität einer Idee, die wächst, eine Idee für eine Melodie zum Beispiel.
00:09:13: Sprecher 2 Ah, beim Komponisten, ja.
00:09:14: Sprecher 1 Ja, die reift, oder die Idee zu einem Kunstwerk. Aha, dann reift das ja auch, dann wächst das. Also das heißt, diese Gedanken ziehen weitere Gedanken in ähnliche Richtungen an. Das kennen Sie, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, bestimmt auch, wenn Sie irgendwo dabei sind, etwas Neues zu erschaffen. Sei das ein Projekt, was Sie vielleicht leiten, was Sie anleiten, was Sie führen, was Sie einführen, oder sei das eine Gruppe von Menschen, die Sie irgendwo hinführen, die Sie an irgendeinen Punkt bringen wollen und dann fangen Sie gedanklich, Sachen anzuziehen und das wird immer größer. Das wächst. Das ist eine Qualität. Also wir würden sagen, gute Qualität. Das hat ja schon wieder eine Beurteilung: Was ist gut? Was ist normal?
00:09:56: Sprecher 2 Sagen wir, eine helle Qualität.
00:09:58: Sprecher 1 Ja, und die andere Die Qualität ist dann natürlich, wenn jetzt so was wie Neid zum Beispiel, reift ja auch.
00:10:04: Sprecher 2 Sagen wir mal, das ist dann die Dunkele?
00:10:06: Sprecher 1 Ja, also Neid kann zum Beispiel zu Hass reifen und nach dem Hass kommt ja dann irgendwann womöglich dem anderen nach dem Leben trachten.
00:10:15: Sprecher 2 Autsch, dann sind wir im Krimi, oder?
00:10:16: Sprecher 1 Ja, da sind wir im Krimi. Das gibt es ja im Podcast mittlerweile auch, True Crime oder wie das alles heißt. Da können sie das also beobachten. Da hört man das ja immer wieder oder sieht es, wie diese Gedanken wachsen. Eben war es noch eine Beobachtung, dann ist es eine Beurteilung, dann ist es Neid, dann ist es Hass und zack, haben wir eine True-Crime-Geschichte oder eine Crime-Geschichte.
00:10:36: Sprecher 2 Das alles nur, weil der einen Hammer hat und ich nicht. Ja. Krass.
00:10:40: Sprecher 1 Jetzt ist noch wichtig: Wir haben das ja zu beobachten. Wir haben ja Manchmal das Gefühl, dass wir, was wir denken, dass wir das auch sind. Das ist wichtig, dass wir das beleuchten, weil das natürlich mit der Freiheit, Gedanken loslassen zu können, viel zu tun hat. Und da möchte ich an das Buch von Edgar Tolle erinnern: „Du bist nicht deine Gedanken.“ Natürlich erst mal die Frage: „Ja, wenn ich nicht das bin, was ich denke, wer bin ich denn dann?“ Das ist ja immer die erste Frage, die wir zu stellen haben. Da kommen wir auch noch Da kommen wir dazu. Nur, Kern der These ist: „Ich habe Augen. Ich kann sehen, ich bin nicht meine Augen.
00:11:21: Sprecher 2 Nein, du ja.
00:11:23: Sprecher 1 „ich habe einen Verstand.
00:11:24: Sprecher 2 Kannst du denken.
00:11:26: Sprecher 1 „ich bin nicht mein Verstand. Dann ist ja jetzt die Frage: „Was bin ich denn?“ „Ich bin ich.“ Sobald wir ja schon wieder da anfangen würden, jetzt irgendwie zu sagen: „Ich bin Mechaniker, ich bin Pilot, ich bin Kapitän, habe ich schon wieder eine Bewertung hinten dran: „Ich bin in eine Rolle. Und das heißt noch nicht, dass ich das bin.
00:11:44: Sprecher 2 Ja, so hast du ja viele Rollen an einem Tag.
00:11:47: Sprecher 1 Also jetzt wollen wir mal an das, was wir wirklich sind. Wir sind also mein entwickeltes Geistbewusstsein. Das bin ich, also meine geistige Erfahrung, mein Erfahrungsschatz, wie der Schatz im Wörtersee, den wir ja heben wollen, dieses Begriffsvermögen möglichst auszudehnen. Und diesen gesammelten begriffsvermögenden Schatz, also durch die Erfahrung, das bin ich. Und jetzt Achtung: Wie Menschen auch Mitmenschen gegenüber andere Menschen, Kollegen, wie auch immer, kommen und gehen Gedanken, Gespräche, Meinungen, kommen und gehen. Sobald jetzt der Mensch diese losen Beziehungen so annimmt, so los im Sinne von „Das kommt und es geht.
00:12:32: Sprecher 2 Wie die Welle vielleicht, wie die Welle am Strand kommt, geht.
00:12:35: Sprecher 1 Genau. Wirkt ja der Gedanke, der jetzt von außen kommt, nicht mehr existenzbetrohend. Wenn ich mich identifiziere, also identisch, wenn ich mich mit meinen Gedanken identifiziere, dann hat natürlich der Gedanke eine Macht, mich auch völlig in Abwege bringen zu lassen. Also existenzbedrohende Macht, sozusagen. Nehmen wir jetzt ein Beispiel: Wer gierig ist, der hat ja irgendwo einen Mangel, den er ja kompensieren will. Sonst gäbe es die Gier nicht. Und wer immer wieder Ohnmacht spürt, zum Beispiel als ohnmächtig, weil irgendwie dauernd ihm jemand anderes reinredet oder dauernd irgendjemand anderes ihm die Meinung überstülpt, so als Beispiel jetzt nur, der wird natürlich die Kompensation mit irgendwas anderem an anderer Stelle betreiben. Und das könnte jetzt so eine Gier nach Macht, nach Einfluss, nach … Ich will mich ja selbst verwirklichen, ich will selbst was machen und dann brauche ich Macht. Dann habe ich auch mal die Macht und kann auch mal den anderen sagen: „Wo the bottle the most told. Der kann das jetzt hier eventuell über so etwas, über eine Gier nach Macht, kann der das kompensieren.
00:13:44: Sprecher 2 Ja, und wo kommt es her? Also gehen wir der Ursache dieses Mangels mal auf den Grund. Was passiert denn, wenn der Mangel dann nicht beseitigt werden würde? Also wenn der dauerhaft in dem Mangel bliebe, welche Gefühle wären denn dann da?
00:13:57: Sprecher 1 Auch da wären wir mal wieder bei der Reife. Es reift ja weiter, das Gedankengut reift ja weiter. Das heißt also auch hier wieder: Wer jetzt diese Ohnmacht hat, irgendwo, egal wie, in welcher Weise, der Reift ja, der Gedanke reift: „Ich bin in dem Programm oder in diesem Punkt nicht so mächtig, wie ich es gerne hätte. Deswegen sage ich immer wieder: „Leute, es ist ganz wichtig, Selbstverwirklichung wirklich zu leben. Wir müssen da reinkommen, denn sonst wird ja irgendwann dieses Ohnmachtgefühl, das kriegt wie so ein wie so ein kleines Giftgas, kriegt das hervor, dieses Gefühl der Ohnmacht, weil er sich selbst nicht verwirklicht und wird dann auch reifen.
00:14:38: Sprecher 2 Das finden wir ja raus, indem wir dann schauen: „Okay, wie bin ich denn jetzt gerade? Also denke ich jetzt gerade was Helles Oder was Dunkeles? Wie ich das vorhin beschrieben habe. Wie finde ich das raus? Das finde ich raus, indem ich schaue, warum tue ich denn was? Oder warum denke ich, wie ich denke? Ist das jetzt aus Liebe oder aus Angst, beispielsweise? Bin ich in irgendeiner Verhinderungshaltung? Bin ich in irgendeinem Denken aus Liebe, aus Wertschätzung? Oder geht es jetzt gerade hier nur mich und ich will da jetzt meine Macht auch durchsetzen? Dann finde ich ja recht schnell raus, ob ich da hell oder dunkel unterwegs bin.
00:15:14: Sprecher 1 Da haben wir ja auch noch den Ego-Trip. Und der Ego-Trip, das wäre ja genauso etwas, da will jemand sich vielleicht vom Grundpunkt her sich selbst verwirklichen. Dieser Ego-Trip legt ihm dieses Gefühl nahe als täte er es durch durch diesen Ego-Trip, so. Als wäre das so seine Selbstverwirklichung. Nur möglicherweise ist es halt eben der Ego-Trip, der jetzt genau nur danach sucht, irgendwo was gestalten zu können, wo er vorher ohnmächtig war, weil ihm der Vorgesetzte nicht erlaubt hat, weil das vielleicht seine Rahmenbedingungen im Leben nicht erlaubt haben. Kern ist erstens: Selbstverwirklichung ist ganz wichtig. Zweitens: Wichtig für unser Thema, zu verstehen und zu begreifen, so was, das reift, Gedankenreifen. Natürlich kommen sie und gehen sie. Sie reifen, ob ich das will oder nicht. Und sobald ich da irgendwo einen Hort biete, wo sich Gedanken jetzt eben hier sammeln können, werden sie reifen. Sie werden etwas mit sich selbst tun, vermehren. Kam das rüber? Ja. Gut. Okay, was ist mit dem Verstand jetzt noch?
00:16:21: Sprecher 2 Unser Verstand, der denkt ja. Der denkt ja permanent. Hatten wir schon mal eine Folge drüber, das Hirn will auch lösen. Und so bietet uns der Verstand eben ja auch immer wieder eine Bewertung an. Also ob die jetzt dann eben dunkel, hell oder ob die jetzt in die oder in die Richtung geht, das obliegt dem Verstand. Der Gedanke ist erst mal da. Es ist meistens halt auch dummerweise gleich eine Bewertung oder eine Verurteilung. Doch was können wir tun? Wir entscheiden ja, welche wir davon annehmen, also welchen Gedanken wir da nachgehen, was wir erweitern oder vielleicht auch kleiner machen oder was wir glauben vor allem und was wir dann ablegen. Also was wir speichern und da sagst du immer so schön, in welchem Ordner wir das dann bei uns eben ablegen. Und der Zwischenschritt ist da ganz wichtig. Also nach dieser Bewertung erst mal beobachten, beobachten, atmen, anschauen und dann auch spüren: „Okay, wie ist es denn? Wie fühlt sich das meiner inneren Stimme nach an?
00:17:12: Sprecher 1 Ja, wichtig ist die Beobachtung. Natürlich beobachten, bevor die Bewertung kommt. Der springende Punkt, dass wir gar nicht erst zu dieser Bewertung dann kommen, weil die Bewertung, die ist schon gespeichert.
00:17:25: Sprecher 2 Ja, also immer erst mal sachlich: „Er hat einen Hammer, Punkt. Beobachten. Nicht „Sein Hammer viel größer als ich oder als meiner oder ich habe keinen. Oder er winkt mit seinem Hammer und schaut dabei auch noch in die und die Art und Weise, sondern nein, er hat einen Hammer, Punkt.
00:17:40: Sprecher 1 Jetzt ist es da erkennbar, wie problematisch das ist, Gedanken loszulassen. Wie in der Geschichte, die du vorgelesen hast, dann müsste es jetzt eine Unterbrechung des Gedankenstrudels geben. Wir nennen das ja „grübeln“, dieses „herum-grübeln“. Das haben auch unsere Zuhörerinnen und Zuhörer bestimmt schon mal erlebt, wie viel Kraft das kostet, dieses „grübeln“, zu unterbrechen.
00:18:01: Sprecher 2 Ja, da gibt es ja auch die zwei Arten von Menschen, bei denen das eine hilfreich sein kann oder eben nicht. Also die einen, denen hilft es, zu sagen: „Hier schlaf mal eine Nacht drüber, und der andere liegt die ganze Nacht wach und grübelt weiter.
00:18:15: Sprecher 1 Also es reift dann ja auch wieder. Das ist wieder das. Und das reift immer nach der Qualität. Also entweder kommt Essig dabei raus oder es kommt ein edler Tropfen dabei raus. Es kommt darauf an, welche Grundqualität die Traube mitgebracht hat. Und dementsprechend kann da jetzt also ein schmackhaft edler Tropfen rauskommen, der vielleicht auch über Jahre noch weiterreift, kann allerdings auch nur Reinigungsessig dabei rauskommen, womit wir auch wieder gut Kalt lösen könnten, zum Beispiel. Ist jetzt nicht so, dass das eine oder das andere jetzt per se schlecht sein muss. Es ist nur wichtig, dass ich mir darüber klar bin: „Er hat es reift und wohin will ich denn, dass es reift? Oder will ich mich dem gleich entledigen, weil ich die Reife gar nicht miterleben will? Deswegen ist das ja jetzt der Titel der Folge von der Freiheit Zeit, Gedanken losgelassen zu haben. Das heißt ja, ich kann das loslassen. Ich kann mich dem entledigen, was vielleicht am Schluss dann auch nur wieder mit Hilfsmitteln geht, wie eine Meditation, eine Atemübung Oder einfach die räumliche Trennung zwischen meinen Gedanken, wo sie entstanden sind, und dem, wo ich mich entspannen kann, im Wald, auf der Wiese.
00:19:25: Sprecher 2 Am Wörtersee.
00:19:26: Sprecher 1 Am Wörtersee. Also was will Was ist jetzt die Freiheit, Gedanken losgelassen zu haben? Was will das zeigen?
00:19:33: Sprecher 2 Wir haben immer die Wahl, nämlich, welchen Gedanken wir nachgehen und ob wir auch deren Quelle aufspüren wollen, zum Beispiel. Denn die Gedanken – bleiben wir bei der Welle –, die kommen und die gehen auch wieder. Also unser Verstand, der arbeitet ja, der arbeitet emsig. Und was wir davon loslassen oder was wir reifen lassen, dann obliegt ja uns.
00:19:54: Sprecher 1 Vor allen Dingen, was wir bis zur Empfindung reifen lassen. Was wir bis zur Empfindung reifen lassen, das obliegt uns. Je nach Bewertung fokussieren wir ja weitere Gedanken. Da mag ich noch einen ganz kurzen Link setzen zur Hüpfstrategie. Da ist es die letzte Frage: Auf welche Gedanken fokussiere ich mich denn jetzt? Genau darum geht es ja auch bei der Hüpfstrategie. Denn letzten Endes, wenn ich frage: „Ja, womit blockiere ich meinen inneren Frieden?“ Also „Womit blockiere ich meinen Frieden?“ Ist es natürlich die Frage in Richtung: Welche Gedanken sind das? Welche Bewertungen? Welche Verurteilungen sind das, die jetzt meinen Frieden blockieren? Wir freuen uns auf gute Gedanken, auf helle Gedanken. Nutzen Sie das bitte, Ihre Gedankenkraft. Nutzen Sie die Reife auf das, was Gutes, ein edler Tropfen dabei rauskommt. Habe ich noch was vergessen?
00:20:47: Sprecher 2 Nein, es ist rund soweit.
00:20:49: Sprecher 1 Gut, prima. Dann bis zum nächsten Mal am Ufer des Wörtersees.
00:20:54: Sprecher 2 Bis bald.